Besuch von Bischof Bahlmann im Mutterhaus

Vom 6. bis 8. Oktober durften wir Bischof Bahlmann für einige Tage als Gast in unserem Mutterhaus begrüßen. Durch frühere Besuche hatten wir bereits Gelegenheit, ihn kennenzulernen, sodass wir uns mit ihm verbunden fühlen und uns über das Wiedersehen besonders freuten.

Bischof Bahlmann ist Franziskaner, stammt aus Visbek und wirkt als Bischof der Territorialprälatur Óbidos im brasilianischen Amazonasgebiet. Während seines Aufenthalts feierte er morgens mit uns die heilige Messe. Bei den anschließenden Begegnungen und Gesprächen fand ein reger Austausch statt. Wir erfuhren mehr über seinen persönlichen Berufungsweg und das Leben der Menschen in seiner Diözese.

Die Territorialprälatur Óbidos umfasst ein Gebiet von der Größe Deutschlands. Die pastoralen Herausforderungen sind groß: Viele Aufgaben in den Gemeinden und in der Seelsorge werden von engagierten Laien übernommen. Die Priester besuchen regelmäßig die teils weit abgelegenen Dörfer, um dort die heiligen Sakramente zu spenden und die Eucharistie zu feiern.

Besonders beeindruckte uns Bischof Bahlmanns Einsatz für die Menschen am Amazonas. Neben seinen seelsorglichen Aufgaben engagiert er sich als Vorsitzender und Direktor der Fazenda da Esperança Santa Clara, einem Therapiezentrum für Menschen mit Drogen- und Alkoholabhängigkeit in Óbidos.

Ein weiteres wichtiges Anliegen ist die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den abgelegenen Regionen. Seit einigen Jahren unterstützt ein Krankenhausschiff mit dem Namen Papa Francesco die medizinische Betreuung der Menschen entlang des Amazonas. Ergänzt wird es durch mehrere Rettungsboote, die mit einer Ausstattung ähnlich der eines Krankenwagens versehen sind und bei Bedarf Patientinnen und Patienten in eine Klinik bringen können.

Da die medizinische Not vieler Menschen in den entlegenen Dörfern weiterhin groß ist, besteht der Wunsch, ein weiteres Krankenhausschiff einzusetzen. Die Finanzierung bleibt jedoch eine Herausforderung, da die laufenden Kosten nicht vollständig vom Staat übernommen werden. Deshalb ist das Projekt auf Spenden und weitere Unterstützung angewiesen.

Die Begegnungen mit Bischof Bahlmann haben uns einen bewegenden Einblick in das Leben der Menschen im Amazonasgebiet und in die vielfältigen Herausforderungen seiner Arbeit gegeben. Wir danken ihm herzlich für die offenen Gespräche, die gemeinsamen Gebetszeiten und die Eindrücke, die er mit uns geteilt hat. Sein Engagement zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, den Menschen vor Ort beizustehen und ihnen Hoffnung und konkrete Hilfe zu schenken.