(Internationales Selbstverständnis und Sendungsauftrag)


- Wir sind Mitglieder einer internationalen, multikulturellen Kongregation von Franiskanerinnen. 

- Wir haben uns verpflichtet, das Evangelium im Geist des hl. Franziskus von Assisi, unseres Gründers Pater Christoph Bernsmeyer OFM, unserer ersten Schwestern und aller, die ihnen nachfolgten, zu leben. 

- Wir haben uns verpflichtet zu einem einfachen Lebensstil in Gemeinschaft. Wir fühlen uns herausgefordert durch die Werte des Regulierten Dritten Ordens: Umkehr, Kontemplation, Armut und Demut. 

- Wir sind dem gemeinsamen Auftrag verpflichtet, Christi heilende Gegenwart der Menschheit zu bringen und kreative Wege als Antwort auf Menschen in Krankheit, Armut und Not zu unterstützen. 

- Wir geben Zeugnis von unserer franziskanischen Spiritualität, indem wir der ganzen Schöpfung Ehrfurcht entgegenbringen, Frieden und Gerechtigkeit leben und fördern und die Würde aller Menschen respektieren.

Was sagt mir unser Mission Statement 
  
Etwas salopp gesagt würde ich das Mission Statement als Art Checkliste bezeichnen. An ihm entlang kann ich mein Leben in den Fußspuren Jesu, nach dem Vorbild von Franz und Klara und in Gemeinschaft mit meinen Mitschwestern durchbuchstabieren.

Mal ist das mehr Herausforderung, weil mir meine Umwege, Querschläge und nicht eingelöste Zusagen dabei ins Auge springen.

Zu anderen Zeiten löst es Staunen und Freude aus über die noch zu erschließenden Möglichkeiten und den Reichtum, der mir/ uns zu Verfügung steht. Immer aber ist es Einladung zum Leben, zu Weite und Kreativität und zu neuen Versuchen, dem Evangelium heute (m)ein Gesicht zu geben. Im Mission Statement steht in kurzen kargen Worten nur das Wesentlichste – eben eine Checkliste, an der ich mit meinem Leben Maß nehmen kann.

Mein großer Wunsch ist, dass immer wieder Menschen Antrieb, Vertrauen und Mut dazu haben, sich einzuchecken in solch einen Lebensweg.
Sr. M. Birgitte Herrmann

Das Mission Statement umfasst nach meiner Meinung wesentliche Bereiche unserer heutigen Menschheit, mit allen ihren positiven und negativen Seiten. In diese jetzige Gegenwart sind wir als Franziskanerinnen hineingestellt, und in diesem Jetzt möchten wir für die Anliegen der Menschen offen sein und da sein. Um in diesem Spannungsfeld ein geistliches Leben zwischen Aktion und Kontemplation leben zu können, müssen wir jeden Tag von neuem beginnen. Dazu hilft uns unser Leben in Gemeinschaft.
Sr. M. Gabriela Siemermann


"Unser internationales Mission Statement heißt für mich lebendige Beziehung spüren zu vielen Schwestern und Assoziierten an vielen Orten - weltweit. So wird unsere innere und äußere Ausrichtung deutlich - verbindend und verbindlich. In einem Konvent in Kiel lebend erfahre ich so Gebets -und Sinngemeinschaft mit Schwestern in Japan, USA, Polen oder Indien.
Unser Mission Statement bewirkt, dass ich dankbar fühle: Wir sind mehr als Einzelne in Gemeinschaft; es ist die Klammer, die unser gemeinsames Grundverständnis zusammenhält. Es lässt uns immer wieder fragen nach unserer Treue zum eigenen Charisma und nach unserer Ausrichtung heute. Für mich bedeutet unser Mission Statement "Verbindung" - über Generationen und Kulturen."
Schwester Maria Magdalena Jardin


In unserem Mission Statement ist mir persönlich lebensförderlich, dass wir mit unserer Vergangenheit verwurzelt sind und wachsam weiterwachsen in die Zukunft: wir fühlen uns gemeinsam verpflichtet, Jesu heilende Gegenwart allen Menschen zu bringen und Antworten von Menschen in Grenzsituationen kreativ zu unterstützen. Mir begegnet Gott meistens auf zwei Beinen: in Menschen um mich her vermute ich Gott, und in Gesprächen und Begegnungen spüre ich oft seine Nähe. Wer nämlich mit Erscheinungen im Ordensleben rechnet, ist im Orden wahrscheinlich an der falschen Adresse. Ich kenne höchstens Alters - Erscheinungen :-) , die mich ermuntern, mit Gott zusammen diese menschlichen Grenzerfahrungen zu erproben und zu bestehen.
Wie sehr Gott durch meine einfachen Worte und Handlungen an anderen Menschen wirkt, kann ich nur ahnen. Die Beziehung zwischen Gott und mir ist vergleichbar mit dem Mond: er nimmt zu oder er nimmt ab, aber er steht nicht still. Beziehungen nehmen ab oder nehmen zu, und sind nicht starr; sie bedürfen der Beziehungspflege. Ich glaube, dass in den alltäglichen, persönlichen Begegnungen unsere gemeinsame Geschichte weiterwächst und Gott unsere Ordensgemeinschaft im Zu- und Abnehmen führt, dass ich selbst und wir gemeinsam mit Menschen Antworten ahnen, sie wagen und sie christlich lokal wie auch global gestalten.
Sr.M.Gertrud Smitmans OSF